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Seminarschule

Seminarschule und Lehrerausbildung

Das Pestalozzi-Gymnasium bildet als Seminarschule angehende Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Bayern in den Fächern Deutsch und Englisch aus. Die jungen Kolleginnen und Kollegen durchlaufen dabei drei Ausbildungsabschnitte: zwei davon, den ersten und den dritten, an der Seminarschule, den zweiten an einer oder zwei Einsatzschule(n).

Der erste Ausbildungsabschnitt beginnt mit Hospitationsstunden und Lehrversuchen, ehe nach den Allerheiligenferien der erste große Schritt in die Selbständigkeit ansteht – die Referendarinnen und Referendare übernehmen zu diesem Zeitpunkt jeweils eine Klasse in jedem ihrer zwei Fächer und unterrichten diese durchgängig, werden aber weiterhin von einer erfahrenen Lehrkraft betreut. Gleichzeitig werden sie in den allgemeinen Fächern Schulkunde, Grundfragen der staatsbürgerlichen Bildung, Pädagogik und Psychologie ebenso wie in der Methodik und Didaktik ihrer Unterrichtsfächer in den sogenannten Fachsitzungen ausgebildet. Die erste große Prüfung dieses Ausbildungsabschnittes findet in Form einer Lehrprobe statt, bei der eine Unterrichtsstunde durch eine Prüfungskommission beurteilt wird. Für den zweiten Ausbildungsabschnitt, der zum Halbjahr beginnt, werden die jungen Kolleginnen und Kollegen in die „Freiheit“ entlassen: Sie unterrichten nun eigenverantwortlich nicht mehr an der Seminarschule, sondern an einer Einsatzschule. Dort werden Referendarinnen und Referendare im Umfang von bis zu 17 Unterrichtsstunden eingesetzt – der Schwerpunkt liegt also eindeutig auf der Praxis. Während des Einsatzjahres findet eine weitere Prüfungslehrprobe statt und die Referendarinnen und Referendare kehren in regelmäßigen Abständen zu Seminartagen an die Seminarschule zurück, um ihre Unterrichtserfahrungen zu reflektieren.

Für das letzte halbe Jahr, den dritten Ausbildungsabschnitt, kehren die jungen Lehrkräfte wieder an ihre Seminarschule zurück, um ihre Ausbildung abzuschließen. Sie übernehmen nun wieder jeweils eine Klasse pro Unterrichtsfach. Neben einer dritten Lehrprobe stehen noch mündliche Prüfungen in den allgemeinen Fächern ebenso wie in Didaktik und Methodik der beiden Unterrichtsfächer an. Damit haben die jungen Kolleginnen und Kollegen dann das zweite Staatsexamen abgelegt.

Vor der Zulassung zum Referendariat haben die Referendarinnen und Referendare ihre zwei Unterrichtsfächer vertieft studiert und das erste Staatsexamen an der Universität abgelegt. Schwerpunkt des Referendariats ist die Erlangung einer reflektierten Unterrichtspraxis und der Umsetzung und Aufbereitung der an der Universität erworbenen fachlichen Inhalte für Schülerinnen und Schüler. Dabei werden die angehenden Lehrkräfte von Seminarlehrkräften in ihren Fächern und Betreuungslehrkräften der Klassen, in denen sie unterrichten, begleitet. Dies bedeutet auch für Schülerinnen und Schüler und deren Eltern ein hohes Maß an Verlässlichkeit und Kontinuität im Unterricht.

Die jungen Lehrkräfte können durch ihre jugendliche, schülernahe und motivierende Art ihre Klassen in der Regel innerhalb kurzer Zeit in ihren Bann ziehen. Die ausbildenden Lehrkräfte beobachten die Entwicklung der anvertrauten Referendarinnen und Referendare mit großer Freude.

Leider haben sich die Einstellungschancen gerade in den letzten Jahren aber dramatisch verschlechtert, sodass in manchen Fällen selbst absolute Spitzenkräfte kein Angebot vom Staat erhalten haben. Wir können nur hoffen, dass sich diese äußerst unbefriedigende Situation schnell wieder ändert und das bayerische Gymnasium sich durch gut ausgebildete, junge Kolleginnen und Kollegen stetig positiv weiterentwickelt.

Peter Koch, Seminarlehrer Deutsch